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ein Projekt der ARGE Pia Schauenburg, Alfred Barth, Gunar Wilhelm,
Lorenz Potocnik & Gregor Graf im Rahmen des Wettbewerbes ausgeschalchtet / Linz 2006

 

collage pipfein



Kinder Kulturwerkstatt Linz

Wo sind Orte kultureller Kommunikation und Produktion in der Stadt? Gibt es eine Entwicklung neuer Raum- und Organisationstypologien jenseits des Gegensatzes zwischen Staats- und Alternativkultur? Werden Kinder und Jugendliche aktiv und spielerisch in den identitäts- und friedensstiftenden, kulturellen Prozess eingebunden?

In der ehemaligen Fleischmarkthalle von Linz entsteht im Schwung des Kultur- hauptstadtjahres 2009 das rund 6000 qm große PiPiFEiN, eine Kulturmaschine für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es ist öffentlicher Raum für ein komplexes Nebeneinander unterschiedlichster
Aktivitäten, Altersgruppen und Kulturen. Die inhaltlichen Schwerpunkte sind Kultur, Lernen, Bewegung, Kunst, Forschung und Handwerk. Diese finden in einem Art Cluster aus Werkstätten, Ateliers, Ausstellungsflächen, Indoor-Spielplätzen, Labors, Seminar- räumen und einer Bibliothek zusammen.

Synergien und Überlappungen der unterschiedlichen Nutzergruppen und Tätigkeiten sind das Besondere des vielschichtigen Raumprogramms von PiPiFEiN: Es handelt sich um einen Ort kultureller Kommunikation und Produktion in der Stadt, ein neues Angebot für eine sich immer schneller wandelnde Gesellschaft.
Wir sehen dieses Nutzungskonzept als Teil des Kulturentwicklungsplans und als weiteren Schritt zur Vision Linz 2009 - Medien, Kunst im offenen Raum, Vernetzung, Kom- munikation, Partizipation, Integration und offene Grenzen (Vision Linz 2009).

PiPiFEiN ist ein riesiger kultureller Spielplatz für Kinder und Erwachsene im Kulturjahr 2009 und darüber hinaus. Dieser ist für die Kinder der Stadt Wahrzeichen und Identitätsstifter, für zehntausende kleine Besucher der Kulturhauptstadt ist PiPiFEiN das Erlebnis überhaupt.
Durch die Schaffung neuartiger Beziehungen und Nutzungsmöglichkeiten wird dieser „Humus“ ein bunter Fixpunkt in der Kulturlandschaft von Linz und Oberösterreich und stellt ein nationales Novum dar. PiPiFEiN ist eine Investition in die Zukunft und leistet einen Beitrag zur qualitätsvollen Betreuung und Bildung von Kindern.


mindmap pipifein



Die Architektur dieses Laboratoriums orientiert sich an den Bedürfnissen der Nutzer insbesondere der Kinder und will das riesige Volumen und Potential in spielerischer Weise füllen.
PiPiFEiN ist ein mikro-urbaner Raum der formal wie eine Stadtlandschaft ausgebildet ist: unterschiedliche Ebenen, ein offenes „Platzerl“, Landmarken, eine unregelmässige „skyline“, abgegrenzte Stadtvierteln, Cafes und Lichthöfe und sogar einem Basketballfeld. Brücken und Rampen, Treppen und Lifte verbinden die Geschosse der insgesamt 18m hohen Halle. Schwebende Konstruktionen aus Stahl und Holz schaffen eine „piranesische“ Durchmischung aus geschlossenen und offenen, geheizten und kalten Bereichen.
Querdurchsichten erhalten die Gesamtwirkung der Halle. Die sehr gute
natürliche Belichtung soll weiterhin bis ins Erdgeschoss wirken. Die längsseitigen Wände im Erdgeschoss werden durch grossflächige
Schiebeelemente ersetzt um ein Öffnen der Halle und ein fliessendes Ineinander von Aussen und Innen zu ermöglichen. Die räumliche Grundstruktur und ein kräftiger Kran erlauben etwaige Veränderungen und Anpassungen. Wir verstehen den Faktor Zeit als wesentlichen Stellenwert in dieser Architektur.
Einbauten oder thematische Bereiche werden in unterschiedlichsten Teams aus Kindern, Künstlern und Architekten erfunden. Erzielt wird dadurch ein wildes und sinnliches Nebeneinander aus anregenden Formen, Farben und Materialien.

Vorhandene Ressourcen und Institutionen der Stadt (Lentos, AEC, Kuddelmuddel, Vereine, VHS, Bibliotheken, usw.) nutzen die Infrastruktur von PiPiFEiN für Programme und Wissenstransfer zwischen den Gruppen. Aber auch Initiativen aus der Bevölkerung sollen in jederzeit einrichtbaren Arbeitsgemeinschaften Platz finden, die dann nicht etwa "Konkurrenz" zu bereits bestehenden, sondern eine eigeninitiierte Ergänzung und Ausweitung zu den etablierten Organisationen bilden sollen.

PiPiFEiN eignet sich für diesen Standort: eine gute Anbindung, die Nähe zur Donaulände und die zentrale Lage an der Hafenstrasse machen die ehemalige Fleischmarkthalle in Fortsetzung der Linzer Kulturmeile zu einer räumlichen Schnittstelle von Industrie, Hafen, Wohnbau und Kultur. Als ehemaliges Industrieareal kann der Standort sehr gut in seiner Bedeutung neu besetzt und erobert werden!

PiPiFEiN bedarf eines Zeichens: Ein grosser, über dem Dach schwebender, leuchtender Pneu ist auffälliges Landmark in einem schwer lesbaren Gewerbe- und Industriegebiet. Als leichte Konstruktion gedacht wird die denkmalgeschütze Substanz nicht in Anspruch genommen. Die Wolke ist Kinderraum und Ausguck und durch 2 Röhren (Treppe und Rutsche), die die Halle durchdringen, zugänglich. Eine riesige Aufschrift weisst auf PiPiFEiN hin. Der plakative Charakter des Eingriffs entspricht dem genius loci des Gebiets (Gewerbe,
Industrie, Tankstellen und Autobahnauffahrt). Idealerweise wird die Firma Bruckmüller zu einem Standortwechsel bewegt; der Halle und PiPiFEiN würde durch einen Freiraum/ Vorplatz zur Hafenstrasse hin die entsprechende Sichtbarkeit zukommen.

 


        grafik aussen



Die Anbindung wird bis zur Fertigstellung der City-S-Bahn über einen eigens eingerichteten Shuttlebus organisiert, der in einer Donau-Kreisroute die Kinder am Hauptplatz, am Mühlkreisbahnhof und der Linken Brückenstraße abholt und zurückbringt. Der PiPiFEiN-Bus ist entsprechend innen und aussen gestaltet und über eine Werbewirkung hinaus, Teil des Spielplatzes.

Parkplätze sollen im besten Fall auf dem unmittelbar angrenzenden Gelände der Firma Bruckmüller in Form einer Tiefgarage entstehen. (Gemeinsam mit der Firma wird für diese ein besserer Standort gesucht und entwickelt. Der frei gewordene Platz wäre durch seine Position an einem Knoten und dank sehr guter Anbindung für ein hohes Gebäude geeignet. Zur Bahntrasse hin könnte dieses den Freiraum fassen. Zusätzlich könnte das Hochhaus diese Massnahme finanzieren).
Die städtebauliche Entwicklung der Stadt Linz zum Hafen und der Donau hin (Ost-West Achse) bzw. der Strukturwandel dieses Gebietes wird so beschleunigt und gefördert. Die Fleischmarkthalle bekommt dadurch die so dringend benötigte Sichtbarkeit durch eine zusätzliche Fassade und einen Vorplatz zur Donaulände hin. Ein potentielles Untergeschoss in der Halle selbst könnte für rangige Nebenräume und Technik genutzt werden.

Kostenstrategie: PiPiFEiN – Kinder Kulturwerkstatt Linz will sinnvoll das vorhandene Budget und Ressourcen nutzen. Die ehemalige Fleischmarkthalle bietet ein riesiges überdachtes Volumen, das es erlaubt Raum zu schaffen ohne auf herkömmliche Kriterien der Bauphysik und des Witterungsschutzes Rücksicht nehmen zu müssen. Es ist vorstellbar, dass PiPiFEiN ohne thermische Sanierung der Aussenhaut auskommt: Einzelne Räume sind der Nutzung entsprechend gebaut und beheizbar. Das vorhandene Budget soll weitestgehend für den Innenausbau verwendet werden.








Gregor Graf   ...   www.gregorgraf.net   ...   2006